Burschenschaft

Burschenschaften sind Studentenverbindungen, die sich nicht nur die lebenslange Freundschaft ihrer Mitglieder auf ihre Fahne geschrieben haben, sondern die seit ihrer Gründung 1815 für ein einiges Vaterland und die freiheitlich-demokratische Entwicklung Deutschlands und Europas eintreten.

Das Wort „Bursche“ war im 18. und Anfang des 19. Jahrhundert eine allgemeine Bezeichnung für einen Studenten. Die Burschenschaft war ursprünglich ein Synonym für die „Studentenschaft“. Die Urburschenschaft von 1815 betrachtete sich als ein Zusammenschluss aller Studenten, die damals üblichen landsmannschaftlichen Zusammenschlüsse sollten abgeschafft werden. Der allgemeine Anspruch der Burschenschaft ließ sich jedoch nicht durchsetzen.

Das Wartburgfest der Burschenschaft 1817, das Hambacher Fest 1832, auf dem Burschenschafter eine wesentliche Rolle gespielt haben, sind Manifeste freiheitlichen, demokratischen Denkens in den trüben Zeiten des Vormärz. Das Grundgesetz unserer Bundesrepublik Deutschland ruht auf der Verfassung des Frankfurter Paulskirchenparlamentes, des „Burschenschafterparlaments“. Schwarz-Rot-Gold, die Farben unserer Republik, sind die Farben der burschenschaftlichen Bewegung. Und das Lied der Deutschen stammt von dem Bonner Burschenschafter Hoffmann von Fallersleben.

Es macht die Größe und den Ruhm der alten Burschenschaft aus, im Vormärz am leidenschaftlichsten von allen gesellschaftlichen Gruppierungen für die Freiheit und Einheit Deutschlands auf die Barrikaden gegangen, für die Freiheit der europäischen Völker eingetreten zu sein. Die Burschenschaften sind deshalb über Jahrzehnte verfolgt, Burschenschafter als „Demagogen“ zum Tod oder langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt worden.
Es macht den Ruhm der Burschenschaft aus, nach dem Zweiten Weltkrieg, in Jahren nie gekannten Wohlstandes, als schließlich alle westdeutschen Parteien, von der linksliberalen Intelligenz nicht zu reden, von einem einigen deutschen Vaterland nichts mehr wissen wollten, für die Freiheit und Einheit aller Deutschen, für die Einheit Deutschlands in einem Europa der Freien und Gleichen eingetreten zu sein. Und es macht den Ruhm der heutigen Burschenschaft aus, auch in jenen Jahren Mord und Verbrechen genannt zu haben. Burschenschafter haben für Walter Ulbricht und Erich Honecker keine rote Teppiche ausgebreitet, keine Bruderküsse mit ihnen getauscht – und mussten sich deshalb als „Ewig-Gestrige“ beschimpfen lassen.

Getreu ihrem Wahlspruch „Ehre, Freiheit, Vaterland!“ sucht die Burschenschaft ihre Mitglieder zu liberalen, selbstkritischen, selbständige Menschen zu erziehen, die bereit sind, einzutreten für „Einigkeit, und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“ in einem freien Europa der Nationen.

Um auch in der heutigen Zeit dem gesellschaftlichen Gegenwind zu widerstehen und die burschenschaftliche Bewegung für die Erreichung ihrer Ziele handlungsfähig zu halten und teils neu auszurichten, betätigte sich die Burschenschaft Germania seit 2013 als Teil der Initiative Burschenschaftliche Zukunft (IBZ) aktiv an der jahrelangen Verhandlungsarbeit zur Gründung der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft (ADB) als neuen burschenschaftlichen Verband. Die ADB ist ein Zusammenschluss von zunächst 27 ähnlich gesinnten Burschenschaften (Stand 30.09.2016). Seit Gründung der ADB ist die Germania mit mehreren Amtsträgern an der Weiterentwicklung und Verwaltung des Verbandes beteiligt.