Grundsätze

Die Mitglieder der Burschenschaft Germania bekennen sich zur deutschen Geschichte und zur Tradition der Freiheitsbewegung, die 1815 durch die Gründung der Urburschenschaft ausgelöst wurde, deren Gedankengut 1851 mit der Gründung des Bundes übernommen und 1949 über die 1946 gegründete Verbindung Ludoviciana unverändert fortgeführt worden ist.

Unser Wahlspruch

Er lautet: Gott, Freiheit, Ehre, Vaterland!
Der Wahlspruch der Germania bildet eine gedankliche Einheit. Er bestimmt das Leben und Streben des Bundesbruders im Bund und in der Gesellschaft.

Gott – Die Vorstellung von Gott bedeutet Bindung des Menschen als Individuum sowie als Teil der menschlichen Gesellschaft und ihrer Umwelt an Schöpfung und höhere Macht, aus der sich die Verpflichtung zur Erhaltung und Fortentwicklung aller Werte ergibt. Sie bildet zugleich die Grundlage der lebenslangen Zugehörigkeit zum Bunde und seiner dauerhaften Existenz.

Freiheit – Freiheit im höheren Sinne ist eine Eigenschaft des Menschen, die ihm besondere Fähigkeiten verleiht. Diese gilt es zu erlangen, zu erlernen und zu pflegen. Sie ermöglicht es, im Sinne der eigenen Persönlichkeitsentfaltung Entscheidungen zum Wohle der Gemeinschaft zu treffen. Unabdingbare Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Freiheit ist die Übernahme der Verantwortung für die aus der Entscheidung sich ergebenden Folgen.

Ehre – Ausgehend von der angeborenen Selbstachtung führt der Ehrbegriff zu einer ethisch-moralischen Wertschätzung der Mitmenschen in ihrem Denken, Fühlen und Handeln, die Toleranz erfordert. Ehre gründet auf dem Streben nach Verantwortung, sie wird gewährt durch die Mitmenschen und sie erfordert das aktive Eintreten für die unveräußerliche Würde des Menschen. Im Streben nach dem guten Beispiel im Umgang miteinander entsteht das Vorbild.

Vaterland – Das ist zunächst die angestammte Heimat der Deutschen, mit der diese sich durch die gleiche Sprache, durch Kultur, Geschichte, Tradition und Brauchtum in einer völkischen Gemeinschaft verbunden fühlen. Daraus ergibt sich die Verpflichtung, durch eine staatliche Ordnung und Staatsgrenzen diese Werte zu schützen, zu fördern und zu verteidigen. Die Grenzen sind offenzuhalten, nach innen und nach außen, zur Teilnahme des deutschen Volkes an der Gemeinschaft anderer Völker, zur internationalen Zusammenarbeit und zur Erhaltung des Friedens.

Unser Anspruch

Ein Germane hat die Verpflichtung, als Mitglied der akademischen Gemeinschaft das Studium gewissenhaft und ordnungsgemäß zu betreiben und daneben die Persönlichkeitsbildung und Ausprägung als akademische Führungskraft im späteren Beruf in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter wahrnehmen zu können.

Das Verhalten der Bundesbrüder zueinander soll auf gegenseitige Anerkennung gerichtet sein. Jedes Mitglied hat sich in seinem Auftreten so zu verhalten, wie es den Anforderungen einer akademischen Bildung entspricht.

Entsprechend dem Lebensbundgrundsatz darf ein Mitglied der Germania keiner anderen Studentenverbindung angehören.

Unsere Symbole

Farbentragende Verbindungen besitzen Kleidung, Schmuck, Accessoires und Gebrauchsgegenstände, die ihre als Identitätssymbol festgelegten Bundesfarben zeigen. Auch können das Wappen und/oder der Zirkel Gegenstände als einem bestimmten Bund zugehörig ausweisen.

Die heutigen Bandfarben schwarz-karmesinrot-gold mit goldenem Vorstoß tragen alle Germanen, einschließlich der Füxe.
Der Ursprung der Farben schwarz-rot-gold liegt in den Befreiungskriegen 1813 gegen Napoleon, nämlich bei den Uniformen des Lützowschen Freikorps, welches sich zum Großteil aus Studenten zusammensetzte. Die Urburschenschaft übernahm 1815 diese Farbkombination. Die Hauptfahne des Hambacher Festes 1832 zeigte als erste schwarz-rot-gold in der Reihenfolge, in der die Germanen die Farben heute noch tragen. Schwarz-rot-gold war und ist noch immer Symbol für Freiheit, Bürgerrechte und deutsche Einheit.
Von 1853 bis 1861 wurden, aufgrund des Verbotes der Farben schwarz-rot-gold, die Farben schwarz-rot-grün getragen. Noch heute findet das schwarz-rot-grüne Band mit goldenem Vorstoß als Ehrenband Verwendung: Am Stiftungsfest sowie Hochzeiten und Beerdigungen von Bundesbrüdern wird es von Burschen und Alten Herren getragen; außerdem dient es als Unterband in Zipfeln der Germania.
An Stelle dieses Ehrenbandes dürfen Alte Herren, die vor dem 10. Dezember 1949 der Ludoviciana angehörten, auch die Farben schwarz-rot-silber mit silbernem Vorstoß als Band zu Stiftungsfesten, Hochzeiten und Beerdigungen tragen. Bei Zipfeln dieser Alten Herren kann das Band auch als Unterband getragen werden. Bei der Weihnachtskneipe oder der Beerdigung eines Ludovicianers tragen auch Burschen und Alte Herren, die nicht der Ludoviciana angehörten, das schwarz-rot-silberne Band.
Neuen Burschen wird ab der Burschung die große Ehre zuteil, einen Tag lang alle drei Bänder tragen zu dürfen.

Seit dem 2. März 1858 tragen Germanen die ziegelrote Mütze in kleiner Tellerform. Sie ersetzte die zuvor getragene schwarze Mütze.

Das Wappen der Germania ist geviert durch ein rotes Kreuz mit goldenem Rand und trägt einen gekrümmten Spangenhelm mit je einer schwarzen, roten und goldenen Feder. Die einzelnen Felder zeigen rechts oben das Hermannsdenkmal, rechts unten schwarz-rot-goldene Rauten, links oben die aufgehende Sonne, links unten Leier und Schwert, im Mittelschild ist ein golden eingefasstes schwarz-rot-goldenes Wappen ohne Zirkel zu finden.

Als universelles Erkennungszeichen einer jeden Verbindung dient der Zirkel.
Dieser wird meist in einem Zug geschrieben und darf von Korporierten stets hinter die eigene Unterschrift gesetzt werden. Er enthält in verschlungener Form die Anfangsbuchstaben des Verbindungsnamens und des Leitspruches, manchmal auch zusätzlich die des Wahlspruches.
Der Zirkel der Burschenschaft Germania beginnt mit dem stilisierten G für den Namen der Verbindung. Es folgen VCF für den Leitspruch „Vivas, Crescas, Floreas!“, was ins Deutsche übertragen so viel bedeutet wie „Mögest du blühen, wachsen und gedeihen!“
Die Buchstaben GFEV sind zudem als Anfangsbuchstaben des Wahlspruchs „Gott, Freiheit, Ehre, Vaterland!“ zu verstehen. Das Ausrufungszeichen bezieht sich ursprünglich auf den Befehlston des Leitspruches.
Die höchsten Positionen des Bundes einnehmende Personen, die Chargierten, können das Kurzzeichen der ausgeübten Charge hinter den Zirkel schreiben. Bei der Germania sind das x für den Sprecher, xx für den Fechtwart, xxx für den Schriftwart, FM für den Fuxmajor und KW für den Kassenwart. Ebenso können Füxe ein F hinter ihren Zirkel setzen.