Hochschulort

In Gießen lässt sich an der Justus-Liebig-Universität (JLU), an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung (HfPV) oder seit 2008 auch an der Freien Theologischen Hochschule (FTH) studieren.

Die Aktiven der Germania sind fast ausschließlich an einer der beiden großen Hochschulen in Gießen eingeschrieben. Dabei kosten wir die Möglichkeiten der Universitas litterarum voll aus. Fast kein Studiengang kommt doppelt vor. Gesprächsrunden unter Bundesbrüdern sind daher nur selten fachspezifischer Natur. Niemand bleibt bei ihnen außen vor und man ergründet unterschiedliche fachliche Sichtweisen. Gerade diesen interdisziplinären Gedankenaustausch erachten wir als eine große Stärke unserer Gemeinschaft. So kann beispielsweise ein Student des Bauingenieurwesens im Fach Baustoffkunde gut von den Kenntnissen seiner Bundesbrüder profitieren, die Physik, Chemie oder gar Materialwissenschaft studieren oder bereits studiert haben. Hilfe gibt auch jeder gerne.

Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde an den Hochschulen die Studienzeit stark verkürzt, das Studium modularisiert und mit einem Leistungspunktesystem ausgestattet. In zwei Zyklen lassen sich die akademischen Abschlüsse Bachelor (nach 6 Semestern) und Master (nach zusätzlichen 4 Semestern) erwerben. Fast alle Studiengänge wurden in Richtung des Vorhabens umgebaut. Studiengänge wie Rechtswissenschaften oder Medizin haben sich jedoch als nicht modularisierbar herausgestellt und sind nicht vom Bologna-Prozess betroffen. Seit der Verabschiedung 1999 wird das Vorhaben, nicht nur von Studenten, immer wieder stark kritisiert.

Im Folgenden möchten wir noch die einzelnen Hochschulen der Stadt kurz vorstellen.

Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU)

Die Universität in Gießen wurde 1607 von Landgraf Ludwig V. von Hessen-Darmstadt als lutherisch ausgerichtete Hohe Schule gegründet, nachdem die Marburger Universität 1605 calvinistisch wurde und ihrer Funktion als hessische Gesamtuniversität damit nicht mehr gerecht werden konnte. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges hieß sie nach ihrem Gründer Ludwigsuniversität oder in latinisierter Form Ludoviciana.

Heute ist die JLU nach der Frankfurter Goethe-Universität die zweitgrößte hessische Hochschule. Hier sind 26.000 Studenten eingeschrieben. Es gibt ca. 4.500 Mitarbeiter, von denen sieben Prozent Professoren sind. (WS 2012/13)
Ihr Präsident heißt Joybrato Mukherjee.

Zurzeit existieren elf Fachbereiche mit zahlreichen verschiedenen Studiengängen. Zur JLU zählen außerdem eine Vielzahl wissenschaftlicher Zentren und An-Institute. Die Namen der Fachbereiche lauten:

FB 01 – Rechtswissenschaft
FB 02 – Wirtschaftswissenschaften
FB 03 – Sozial- und Kulturwissenschaften
FB 04 – Geschichts- und Kulturwissenschaften
FB 05 – Sprache, Literatur und Kultur
FB 06 – Psychologie und Sportwissenschaft
FB 07 – Mathematik und Informatik, Physik, Geographie
FB 08 – Biologie und Chemie
FB 09 – Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement
FB 10 – Veterinärmedizin
FB 11 – Medizin

Technische Hochschule Mittelhessen (THM)

Der älteste Ursprung der heutigen Hochschule liegt im Januar 1838. Der Landesgewerbeverein Darmstadt gründete in Gießen eine „Schule für technisches Zeichnen“, nachdem verbreitet Handwerker geklagt hatten, die Baupläne der Architekten nicht lesen zu können.
Nur einen Monat früher wurde in Darmstadt eine Gewerbeschule gegründet, deren Nachfolgerin heute als Technische Universität Darmstadt bekannt ist. Die Gießener Fachhochschule ist somit die zweitälteste höhere technische Lehranstalt in Hessen.

Heute hat die THM ihren Standort nicht nur in Gießen, sondern auch in Friedberg und Wetzlar und sie besitzt Außenstellen in vier weiteren Städten. Sie ist die größte Fachhochschule in Hessen und eine der größten Deutschlands. Etwa 7.800 der ca. 14.000 Studenten der THM sind am Standort Gießen eingeschrieben.
Insgesamt hat die Hochschule über 800 Mitarbeiter, von denen 210 Professoren sind. (WS 2012/13)
Im Moment ist Günther Grabatin der Präsident der THM.

In Gießen lassen sich diverse Studiengänge beginnen, die in folgende Fachbereiche aufgeteilt sind:

FB 01 – Bauwesen (B)
FB 02 – Elektro- und Informationstechnik (EI)
FB 03 – Maschinenbau und Energietechnik (ME)
FB 04 – Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie (KMUB)
FB 05 – Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik (MNI)
FB 06 – Wirtschaft – THM Business School (W)

sowie in Gießen und Friedberg

FB 21 – Sozial- und Kulturwissenschaften (SuK)

Hessische Hochschule für Polizei und Verwaltung (HfPV)

Die HfPV ist eine seit 1980 bestehende Verwaltungsfachhochschule mit Sitz in Wiesbaden. In Gießen, Kassel und Mühlheim am Main bestehen Abteilungen. Sie ist eine interne Hochschule des Landes Hessen und besitzt die Fachbereiche Polizei und Allgemeine Verwaltung.

In Gießen existieren nur zwei Studiengänge: Im FB Polizei die Ausbildung des gehobenen Polizeivollzugsdienstes (Schwerpunkte Schutzpolizei und Kriminalpolizei) und im FB Verwaltung den gehobenen Dienst in der allgemeinen Verwaltung mit Abschluss „Bachelor of Arts (Public Administration)“. Außerdem können die berufsbegleitenden Masterstudiengänge „Public Management“ und „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ absolviert und der Abschluss „Master of Public Management“ erworben werden. Außerdem führt die HfPV Aufbaustudiengänge und Fortbildungsmaßnahmen durch.

Freie Theologische Hochschule Gießen (FTH)

Das Motto der FTH lautet „bibeltreu, wissenschaftlich und praxisnah“.
Seit 2008 gibt es die Hochschule, an der man einen Bachelor- und einen Master-Studiengang in evangelikaler Theologie belegen kann. Als private Hochschule, die ohne staatliche Zuwendung auskommen muss, finanziert sie sich größtenteils aus Spendengeldern.

Mit ca. 140 Vollzeitstudenten und 23 Mitarbeitern (davon 14 hauptamtliche Dozenten) ist sie die kleinste der Hochschulen in Gießen, gehört jedoch zu den größten evangelikal orientierten theologischen Ausbildungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum. (WS 2012/13)